Kostenlose Unterkunftsverzeichnisse. Lohnt sich der Aufwand?

Vielfalt im Schweinestall

Sie kennen das bestimmt: Sie möchten das Hotel, die Ferienwohnungen oder den Urlaubsbauernhof mehr vermarkten. Nur wie ist die große Frage. Irgendwo hat man mal gehört, dass man sich überall eintragen soll mit seiner Webseite, weil man dann besser gefunden wird. Ein paar Einträge wurden bereits gemacht, aber irgendwie tut sich auch nicht viel mehr als vorher. Woran kann das nur liegen und wie komme ich hier weiter… ?

Wenn heute etwas nichts kostet, dann gibt’s meist einen Haken

Marketing allgemein und vor allem der Bereich des Online Marketings in der Tourismusbranche ist ein hartes Pflaster. Große Buchungsportale, lange existierende Destinationsportale, Reiseblogs, Reiseverzeichnisse, … alle rangeln um den gleichen Geburtstagskuchen von Google. Was früher mit ein paar Tricks in wenigen Stunden erreicht werden konnte, ist heute mehr als gefährlich. Damals konnte man mit beliebten Begriffen die Seite vollstopfen, sich in jedes gefundene Webverzeichnis eingetragen, das idealerweise noch einen tollen Domainnamen hatte, der zu meinem Produkt passte. Und die Suchmaschine Google hat das noch dazu belohnt und die kleine Webseite ist immer weiter nach vorne geklettert. Wir reden hier aber vom Zeitraum 1990 – 2000. Das ist im Internet schon eine Ewigkeit her …

In den vergangenen Jahren hat sich in dieser Branche so viel gewandelt und es ist eine sehr entscheidende Regel bei den Suchmaschinen eingeführt worden. Übertreibt man es mit den Maßnahmen seine Seite voranzubringen, geht’s schnurstracks in die andere Richtung und das kann auch das unternehmerische Ende bedeuten, wenn man überhaupt nicht mehr „gefunden wird“.
Trotzdem kann ein Eintrag in ein gutes Verzeichnis auch mehr Gäste bedeuten, es kommt nur darauf an, sich für das „richtige“ zu entscheiden. Ich möchte Euch bewusst machen, dass man sich nicht blindlings irgendwo einträgt, sondern sich vorher ein paar Gedanken dazu macht.

„Wenn ein Produkt kostenlos ist, bist du selbst die Ware.“

Klingt im ersten Moment vielleicht sehr hart, ist aber in 99 % der Fälle die Wahrheit. Ich zeige Euch das an einem Beispiel aus der täglichen Arbeit als Berater:

Eintrag in das Verzeichnis XY ist und bleibt während der ganzen Laufzeit zu 100% kostenlos. Damit wir das anbieten können, erwarten wir von Ihnen „nur“, dass Sie auf ihrer Homepage zwei von uns vorgegebene Links einbauen. Die Angaben zu den Links erhalten Sie nach ihrer Anmeldung. Davon profitieren wir beide, denn so werden wir in der Suchmaschine besser gefunden und bringen mehr Gäste auf Ihren Eintrag. Sie benötigen nur 5 min für Ihren Eintrag. Worauf warten Sie also?

Klingt doch verlockend oder? Alles was Sie geben müssen ist ein „läppischer“ Link von Ihrer Webseite und sie profitieren auch noch davon. Warum also hier eher keinen Eintrag vornehmen?
Ganz klar. In diesem Fall profitiert zuerst einmal nur das Portal. Stellen Sie sich Links als „Empfehlungen“ im Internet vor. Wenn jemand mit einem Link von seiner Seite auf eine andere verlinkt, dann „empfiehlt“ er diese Seite ja damit. In diesem Praxisbeispiel wird uns aber eine Empfehlung „aufgezwungen“ – noch dazu kennen wir sie vor der Registrierung noch gar nicht.

Nehmen Sie solche Angebote und platzieren Sie ihn „ins wirkliche Leben“. Der kleine Laden um die Ecke ist immer ein dankbarer Schauplatz dafür. Also transportieren wir das einmal:

Sie dürfen ihre Waren für immer und ewig kostenlos bei einem Nachbarn in den Vorgarten stellen und dort präsentieren. Damit der Nachbar das realisieren kann, möchte er auf Ihre Eingangstür aber zwei Sätze schreiben. Um welche Sätze es sich handelt, sagt er Ihnen dann, wenn sie die Produkte im Garten aufgestellt haben. Davon profitieren beide, denn so kann der Nachbar besser auf seine Sätze hinweisen und wenn jemand die Waren bei ihm im Garten sieht, dann bekommen Sie ja auch mehr Kunden. Gut … die Kisten mit den Waren in den Garten schleppen dauert jetzt etwas länger als 5 min… Aber worauf warten Sie denn noch?

Würden Sie dieser Vereinbarung im „echten Leben“ zustimmen? Ja?

Dann ergänze ich die Beispiele nun um diese zuvor noch unklaren Sätze bzw. Links. Im Fall des Tante Emma Ladens würde ich als Nachbar nun folgende Sätze auf Ihre Eingangstür schreiben:

Satz #1: „Frisches Obst und Gemüse bei Hofer“
Satz #2: „Günstiger einkaufen? Gleich eine Straße weiter!“

In unserem Online Beispiel verlange ich als Portalbetreiber einfach den Einbau folgender Links auf Ihrer Startseite:

Link #1: „Günstigere Ferienwohnungen in ihrer Region“
Link #2: „Wellness Wochenende in ihrer Region ab € 29 pro Pers. JETZT BUCHEN“

Würden Sie die beiden Vereinbarungen immer noch akzeptieren?

„Gefallen“ statt Bezahlung. Warum ein Backlink viel mehr wert sein kann, als ein kostenloser Eintrag.

Das Beispiel mit dem Tante Emma Laden ist natürlich überspitzt, doch Links von auch noch so kleinen Webseiten können einen sehr großen Wert haben. Wie zuvor schon erwähnt stehen Links im Internet für Empfehlungen. Diese Empfehlung wird natürlich auch gewichtet. Wenn zum Beispiel eine große Sportzeitung schreibt „Unter diesem Link findest du aktuelle Nachrichten vom Klub XY“, dann hat das schon einen sehr positiven Effekt auf die kleine Fußballklub-Webseite. Wenn das auch das große Portal sagt… thematisch passt das sehr gut zusammen.

Würde jetzt zum Beispiel ein Online Magazin über Hund & Katz sagen, „hier gibt’s Infos zu diesem Fußballklub“, dann ist das zwar auch eine Empfehlung. Ein Ritterschlag wie zuvor in der Sportzeitung ist das aber nicht.

Die Suchmaschinen haben mit der thematischen Gewichtung der Links eine Sicherheitstür eingeführt um genau zu vermeiden, dass man sich mit „schnellen Links“ in die ersten Suchergebnisplätze katapultieren kann. Denn auch wenn eine Seite noch so viele Empfehlungen hat, dann heißt das immer noch nicht, dass die Seite das bestmögliche Ergebnis für den Suchenden darstellt.

Klar, Links sind nach wie vor Empfehlungen, sind aber nur ein Teil der Bewertungskriterien der Suchmaschinen. Das russische Pendant zu Google, die Suchmaschine Yandex hat zum Beispiel angekündigt, dass man Links überhaupt nicht mehr als Bewertungskriterium heranziehen wird, weil dieses Kriterium einfach zu leicht manipuliert werden kann.

5 Schritte um zu prüfen, ob ein Portal überhaupt seriös bzw. interessant ist:

Schritt 1:

Was ist der Einsatz für meinen Eintrag? Wenn der Eintrag kostenlos ist, was muss ich dafür leisten? Wenn der Eintrag etwas kostet, wie viele Anfragen/Besucher muss ich damit „neu“ erreichen, damit es sich für mich ausgezahlt hat?

Schritt 2:

Wie sieht die Seite für mich selbst aus. Würde ich hier meine Unterkunft für den Urlaub auswählen?

Schritt 3:

Finde ich das Portal auch in den vorderen Rängen in den Google Suchergebnissen, wenn ich zum Beispiel „hotels region xy“ oder „ferienwohnungen region xy“ eingebe?

Schritt 4:

Gibt es schon andere Unterkünfte aus meiner Region, die in diesem Portal gelistet sind? Kenne ich die Vermieter vielleicht persönlich und kann mich mal vorab informieren?

Schritt 5:

Hat die Domain einen Wert, der größer als 1 ist, bei der Abfrage unter sichtbarkeitsindex.de?

Was zeichnet also ein „richtiges“ Verzeichnis aus?

Verabschiedet Euch vom Gedanken, dass man mit einem Eintrag in einem Verzeichnis plötzlich von Null auf Hundert durchstartet. Dazu gehört viel mehr als nur ein kleiner Eintrag. Wenn es noch so viele gute Bewertungen gibt, die Unterkunft vieles verspricht, aber am Ende des Tages nicht hält, dann ist man trotz Bewertungen, Links & Co schnell weg vom Fenster als man glaubt.

Wichtig ist, dass ihr damit beginnt Eure Zielgruppe zu verstehen und ihnen bestmöglich alle Informationen anbietet, die sie sucht. Dazu gehören aussagekräftige Fotos, die ich ohne Lupe betrachten kann, für Menschen lesbare Texte, die Informationen transportieren und Stimmung für den Urlaub machen, sowie eine verständliche Menüführung, die es dem potenziellen Gast ermöglich ohne Volltextsuche die Infos zu finden, die er sucht.

Je besser ich meine Zielgruppe kenne, desto einfacher erreiche ich sie. Wenn ich zum Beispiel eine kleine Pension führe und mich auf die Gäste, die ihren Hund mit in den Urlaub nehmen möchte spezialisiert habe, dann weiß ich durch die besonderen Eigenschaften des Gastes bereits, wo ich am effektivsten werben kann und sollte.

Im Fall von „Urlaub mit Hund“ suche ich mir die Portale heraus, die hundefreundliche Unterkünfte in meiner Region listen. Im nächsten Schritt kann ich aus der Zielgruppe auch Bedarfsgruppen ableiten, denn wenn ich weiß welchen Bedarf meine Zielgruppe hat, dann kann ich genau dafür das passende Angebot erstellen. Und das mit allerhöchster Treffgenauigkeit.

Ein passendes Verzeichnis zu finden, das mir mit wenig Aufwand viele neue Gäste bringt ist schwer, aber nicht unmöglich. Um dies herauszufinden, versuche ich meine Zielgruppe auf mehreren thematisch passendenden Portalen mit meinem Angebot abzuholen. Ich setze mir einen zeitlichen Rahmen für diese Aktion, und nach Ablauf der Zeit werte ich aus, welches Verzeichnis mir am Meisten Gäste gebracht hat.

Lege ich das nun auf die Kosten für den Eintrag bzw. die monatliche Gebühr um, kann ich mir ausrechnen, was mich ein neuer Gast vom jeweiligen Portal im Schnitt kostet. Auf diese Zahlen gestützt, kann ich meine Entscheidung für das „richtige“ Portal treffen.

Kosten des Eintrags / Anzahl der Buchungen von diesem Portal = Kosten pro Buchung

Beispiele aus der Praxis:

Kosten für Eintrag € 100
Anzahl der Buchungen 12
€ 100 / 12 = € 8,33 pro Buchung

Kosten für Eintrag € 120 pro Monat
Anzahl der Buchungen 324
(€ 120 * 12) / 324 = € 4,44 pro Buchung

Wie viel ein neuer Gast in der Akquisition kosten darf, hängt von Ihrem Angebot bzw. ihrer Marge ab. Generell lässt sich im touristischen Bereich erheben, dass ein Neukunde im Durchschnitt zwischen
€ 14 – € 18 kostet. Dieser Preis variiert aber je nach Unterkunftskategorie & -typ. So sind Gäste für 5-Sterne Hotels in der Regel teurer als Gäste für eine Frühstückspension.

Wichtig auch dabei – man sollte diesen Test im Laufe der Zeit immer wieder neu machen und auch neue aufstrebende Portal ausprobieren. Wer weiß, ob ich nicht eines Tages ein neues Portal finde, dass mir für noch weniger Geld pro Neukunde, Gäste ins Haus bringt.

Kostenloser Eintrag der wirklich lohnt. Google Places!

Der Eintrag, der immer lohnt ist der Google Places Eintrag. Im größten Branchenbuch der Welt, dass direkt in die Google Suche eingebunden ist, kann man seinen Betrieb 100% kostenlos eintragen.

» Hier findest du eine Schritt für Schritt Anleitung für deinen Google My Business Eintrag (vorher Google Places)

Wenn du dir diesen Artikel durchgelesen hast und dir trotzdem noch unsicher bist, ob das von dir gefundene Verzeichnis seriös ist oder nicht, dann melde dich einfach bei mir.
Ich helfe in diesem Fall sehr gerne weiter.

 

Markus Mairinger Mein Name ist Markus Mairinger ich schreibe hier in diesem Blog und biete Ihnen als Agentur den perfekten Service für Ihren touristischen Betrieb. Meine Expertise liegt vorallem im Bereich strategische Entwicklung, Webkonzeption, Suchmaschinenoptimierung und der Webtechnik. Ich selbst bin neugierig und interessiert, wohin die Reise im Tourismus geht. Ideen gibt's genug...

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