Suchmaschinenoptimierung im Tourismus – Alles was Sie wissen müssen

Über nichts wird im Netz mehr diskutiert und spekuliert als über das Thema „Optimierung für die Suchmaschine“. Das große Versprechen mit nur ein paar geheimen Kniffen die Suchmaschinenleiter auf Platz 1 zu erklimmen und damit kostenlos so viele Besucher und später Gäste zu erhalten. Mit mehr als 200 Kriterien werden laut Vermutungen Seiten nach ihrer Relevanz bewertet und je nach Suchbegriff in den Suchergebnissen angezeigt.

Ein Markt, der so dynamisch und schnell ist, dass man als kleiner Seitenbetreiber wie zum Beispiel als Hotel, Fewo-Anbieter oder Privatvermieter den aktuellen Entwicklungen kaum folgen kann und sich hilflos der Aufgabe gegenübergestellt fühlt.

Ausgeliefert an Spezialisten muss man sich also am Markt mit den Angeboten herumschlagen um etwas dieser magischen Essenz zu bekommen. Von kostenlos ist man dabei aber dann schon sehr weit entfernt…

Alles Quatsch? Lassen Sie sich keinen „Pandabären“ aufbinden.

Im Grunde ändern sich die Kriterien, die für Suchmaschinen bei der Bewertung einer Seite wichtig sind nicht so häufig wie man das annehmen würde. Jede Suchmaschine, darunter auch Bing, Yahoo oder Yandex kommunizieren öffentlich und kostenlos, wie nach ihren Bewertungskriterien eine Webseite aufgebaut sein sollte.

Dieses nicht so geheime Wissen wird in den sogenannten „Webmaster Guidelines“ kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Links zu den Guidelines finden Sie am Ende des Artikels.

Die Guidelines enthalten generelle Aufbauinfos, wie die HTML Elemente korrekt eingesetzt werden und an welchen Stellen es für einen Suchbot wichtig ist mehr Informationen zum Beispiel zu einem Bild oder einer Seite zu bekommen.

Natürlich ändern sich diese Richtlinien mit den Weiterentwicklungen der Geräte, so wurde kürzlich der bestehende Guide um die mobilen Endgeräte erweitert. Am grundsätzlichen Aufbau einer Seite jedoch hat sich seit fast 10 Jahren kaum etwas geändert.

Und damit erreiche ich Platz 1 bei Google?

Wer diese Empfehlungen für den Aufbau seiner Seite beachtet und konsequent einhält, hat die besten Voraussetzungen gut von den Suchmaschinen „verstanden“ zu werden. Das ist die Grundvoraussetzung um generell „gefunden“ zu werden, garantiert aber nicht, das „beste Ergebnis“ für ein Suchwort zu sein.

Um das beste Ergebnis, also auf Suchergebnisplatz eins gelistet zu werden sind Faktoren wie geografische Position des Suchenden, Suchhistorie des Suchenden, Endgerät, Ladezeit und auch das Verhalten der letzten Besucher auf der Seite entscheidend. Der sicherlich einfachste und schnellste, jedoch auch teuerste Weg um bei einem Suchbegriff auf die erste Position zu gelangen, ist, einfach via Google AdWords auf dieses Keyword zu bieten und für das Ranking zu bezahlen. Bezahlt wird dann jeder Klick, den die Anzeige erzeugt hat.

 

Ich möchte das anhand von Beispielen für jeden Aspekt für Sie praktisch erklären:

Schon bei der Gründung der Suchmaschine Google wurde die Motivation der Gründer offen kommuniziert. Man möchte das „bestmögliche Suchergebnis“ zu einer Suche liefern. Daran hat sich seit der Gründung nichts verändert und das ist auch heute noch der wichtigste Aspekt, den Google verfolgt. Der Satz wurde nur etwas angepasst und lautet heute. „Wir möchten die schnellste & beste Antwort auf eine Frage liefern“.

Geografische Lage – durch den Standort / Einwahlpunkt in das Internet können Suchmaschinen ziemlich genau feststellen, wo eine Suche abgesetzt wird. Sucht jemand in Wien nach einer Pizzeria so kann ein italienisches Restaurant noch so gut und beliebt sein in Sankt Pölten, relevanter als Antwort sind alle Pizzerien im geografischen Umkreis des Suchenden.

Liefert der Anbieter aus Sankt Pölten, so steigt dessen Relevanz natürlich wieder.

Suchhistorie – man braucht nicht an Verfolgungswahn leiden, wir müssen uns alle klarmachen, dass Suchmaschinen natürlich aufzeichnen, was ein Suchender so treibt und in der Vergangenheit so getrieben hat.

Wird eine Suche erneut aufgerufen kann dies ein Indiz sein, dass noch keine Antwort / Lösung gefunden wurde. Seiten die bereits angeklickt wurden und wie es scheint zu keiner Lösung geführt haben, werden bei der nächsten Suche entweder als „bereits besucht“ markiert oder durch den Algorithmus zurückgereiht.

Anders sieht es aus, wenn zwischen den Suchvorgängen ein längerer Zeitraum vergangen ist. Dies könnte als Indiz ausgelegt werden, dass Sie nochmals auf die Seite zurückkehren möchten, auf der Sie sich am längsten aufgehalten haben oder die Sie zuletzt besucht haben.

Endgerät – Wer mobil auf der Suche nach etwas ist, der ist grundsätzlich eher nicht in seinem Büro oder zu Hause. Durch die Einwahl über ein mobiles Datennetz kann der Standpunkt bis auf 15 Meter genau festgestellt werden. Viele mobile Endgeräte haben im Vergleich zum einem Notebook oder einen Desktop-PC nur ein sehr kleines Display und damit viel weniger Platz um Informationen anzuzeigen.

Um den Suchenden möglichst schnell eine Antwort zu geben, werden zum Beispiel die SERP Snippets (Suchergebnis-Treffer) verkürzt mit nur einer Textzeile dargestellt. Auch werden anstatt von 10 Treffern nur 5 pro Suchergebnisseite ausgegeben.

Bei Suchen mit einem lokalen Bezug zum Beispiel mit einem Ortsnamen werden oftmals Einträge aus Google Maps oder dem Google My Business Verzeichnis ausgegeben.

Ein weiteres Kriterium ist die „Mobilfähigkeit“ der Seite. Wird ein Inhalt einer Seite unzureichend auf einem Endgerät angezeigt, so werden auch die Besucher hier keine positiven Signale hinterlassen.

Besucherverhalten – sind die sogenannten User Signals gut, dann wird dem Inhalt auch mehr Vertrauen geschenkt. Was heißt das genau? Sie suchen erneut nach einer Pizzeria in Wien. Wie zuvor aufgezählt erhalten Sie mehrere Suchtreffer mit Pizzerien in ihrem geografischen Umkreis aber auch den Treffer aus Sankt Pölten, da ja auch eine Lieferung nach Wien angeboten wird. Viele Besucher klicken aufgrund der guten Bewertungen auf den Eintrag aus Sankt Pölten, bestellen aber kaum dort, weil die Lieferkosten einerseits zu hoch sind und die Lieferzeit mehr als eine Stunde beträgt.

Die Suchmaschine erkennt, dass Besucher zwar den Eintrag anklicken, jedoch keinerlei Aktionen auf der Seite durchführen und wieder zu den Suchergebnissen zurückkehren. Der beste Nachweis für unzureichende Erfüllung des Suchwunsches und daher schlechte Nutzersignale.

Sie können in diesem Fall davon ausgehen, dass der Anbieter aus Sankt Pölten zukünftig nicht mehr so hoch für dieses Suchergebnis gereiht wird.

Ladezeiten – Neben der Relevanz spielt auch Geschwindigkeit eine sehr große Rolle bei der Bewertung einer Seite. Muss man als Gast mehrere Minuten warten, bis das wunderschöne Hintergrundbild der Seite geladen wird, so besteht die Gefahr, dass dieser, ungeduldig wie er nun mal ist, die Seite schon verlässt, bevor er das beeindruckende Bild zu sehen bekommt.

 

Die oftmals im Netz kommunizierten „Rankingfaktoren“, die jedes Jahr in Zusammenhang mit der Suchmaschinenoptimierung kurz SEO neu herausgebracht und „erkannt“ werden, können Sie zwar nicht ignorieren, jedoch sollten Sie diese auch nicht immer als einzige Wahrheit aufnehmen. Der aktuelle Stand, was denn gerade so wichtig wäre um “besser” gefunden zu werden, lautet derzeit “umfassende Inhalte”, “User Signale”, “Social Media”, und alles was man sich ohnehin zusammenreimen kann.

Wenn Sie in diversen Unterlagen zum Beispiel die „Länge des Textes“ als wichtiger Faktor vorfinden, dann möchte ich sie darauf zurückbesinnen, was der Grundsatz von Google beinhaltet: „… die schnellste & beste Antwort auf eine Frage liefern“. Wie Sie aus dem echten Leben eventuell ableiten können ist eine sehr lange ausführliche Antwort oftmals sehr interessant, jedoch, wer auf der Suche nach einer schnellen kurzen Antwort ist, den stelle ich mit einem langen Text leider nicht zufrieden.

Lassen Sie sich also in keinem Fall verrückt machen. Die Guidelines sind die Hausübungen, die einmal für ihre Webseite gemacht werden müssen. Alles andere können Sie belustigt lesen und mit einem Lächeln ignorieren. So einfach kann Suchmaschinenoptimierung sein…

Ein Tipp noch für Sie, wenn Sie auf dem aktuellen Stand bleiben möchten, ohne sich durch Foren und Blogs zu quälen, dann blicken Sie hin und wieder in Google Analytics und auf z.B. neue Filter oder Ansichten (views). In Analytics lässt sich immer ablesen, was Google auswertet und somit auch in eine Bewertung einer Webseite einfließen lassen kann. (zuletzt hinzugefügt zum Beispiel der User Browser, bei dem man das Verhalten einzelner User / Sessions Schritt für Schritt analysieren kann. Sie verstehen, was ich meine 😉

 

Guidelines

 

Markus Mairinger Mein Name ist Markus Mairinger ich schreibe hier in diesem Blog und biete Ihnen als Agentur den perfekten Service für Ihren touristischen Betrieb. Meine Expertise liegt vorallem im Bereich strategische Entwicklung, Webkonzeption, Suchmaschinenoptimierung und der Webtechnik. Ich selbst bin neugierig und interessiert, wohin die Reise im Tourismus geht. Ideen gibt's genug...

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